Leben gerettet – im letzten Moment

written by OM Schweiz

Rukmini ist 31 Jahre alt. Sie stammt aus einem kleinen Dorf im indischen Bundesstaat Telangana, lebt jetzt aber mit ihrem Mann Deva und ihrer 10-jährigen Tochter Lakshmi in einem kleineren Slum in der Grossstadt Secunderabad. Deva arbeitete in einem Restaurant und Rukmini als Hausangestellte. Durch den Corona-Lockdown verloren beide ihre Arbeit. Da sie Gastarbeiter waren, erhielten sie von den lokalen Behörden keinen Ausweis, der sie für den Bezug von staatlich subventionierten Lebensmitteln berechtigt hätte. Um Essen kaufen zu können, liehen sie Geld von Verwandten.

Weil Rukmini an Zuckerkrankheit leidet, benötigt sie Insulin. Dieses hatte sie bisher in der Universitätsklinik beziehen können. Als ihre monatliche Ration zu Ende ging, suchte sie wie üblich die Uniklinik auf, wurde dort jedoch abgewiesen. Auch in zwei anderen staatlichen Kliniken wollte sich niemand um ihr Anliegen kümmern. Die Spitäler waren voll belegt und alles war auf COVID-19 ausgerichtet. Rukmini versuchte, in einer Apotheke Insulin zu kaufen, doch dort war es zu teuer. Sie hatte ja bereits Schulden gemacht, um Lebensmittel zu kaufen. Weil sie keine Idee mehr hatte, wie sie zu Insulin kommen könnte, beschloss sie, es ohne zu versuchen. Nach einigen Tagen hämmerte ihr Herz. Verzweifelt suchte sie wiederum Hilfe in verschiedenen Spitälern, wurde aber erneut überall abgewiesen. Doch in einem der Spitäler gab ihr eine andere Patientin den Rat, in die «Good Shepherd»-Klinik zu gehen. Dort wurde Rukmini freundlich begrüsst. Sofort wurden ihr Blutzucker und Urin getestet. Diese zeigten alarmierende Werte. Rukmini stand kurz davor, ins Koma zu fallen. Hätte sie nicht sofort Insulin und Flüssigkeit erhalten, wäre sie in den nächsten Tagen gestorben.

Rukmini konnte es kaum glauben, dass es hier Menschen gab, die sich um sie, eine Dalitfrau (Unberührbare), kümmerten und noch dazu ohne eine Bezahlung zu verlangen. In der «Good Shepherd»-Klinik bemerkte sie zudem, dass es hier auch ein Angebot gab, in ein Lebensmittel-Verteilprogramm aufgenommen zu werden. Sie meldete sich dafür an.

Rukmini schickt ihren herzlichsten Dank an alle, welche die Arbeit von «Good Shepherd» (Partnerorganisation von OM in Indien) durch Spenden ermöglichen. Sie haben ihr das Leben gerettet!

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