Hier bin ich...

written by OM Schweiz

«Hier bin ich, brauche mich!» Dieser Gedanke motivierte mich, diesen Sommer einen praktischen Einsatz bei einer Bergbauernfamilie zu machen. Mit grosser Vorfreude reiste ich ins luzernische Schüpfheim. Am Bahnhof wurde ich von den lokalen Organisatoren mit Heugabeln und Rechen herzlich begrüsst.

Der Einführungstag brachte mir die Region Entlebuch mit ihrer Lebenskultur näher und beantwortete offene Fragen. Auf welchem Bauernhof würde ich wohl die kommenden Tage mithelfen und Gottes Liebe praktisch weitergeben können, fragte ich mich gespannt. Am späteren Nachmittag traf ich dort ein.

Zu nass zum Heuen – trotzdem viel Arbeit
Die Sonne zeigte sich während der ganzen Woche eher spärlich, dafür regnete es umso mehr. Es war zu nass zum Heuen, doch es gab genügend andere Arbeit. Am ersten Tag wurde im Garten immer wieder nachwachsendes Unkraut entfernt. Im Haushalt gab es verschiedenste Arbeiten zu erledigen, die sonst bei schönem Wetter nicht erste Priorität haben. So reinigte ich zum Beispiel Fenster, wusch, bügelte und flickte Wäsche, doch die meiste Zeit verbrachte ich in der Küche. Neben dem Kochen für die Familie wurde sehr viel gebacken. Die Hühner legten viele Eier und diese mussten verarbeitet werden. So bereiteten wir verschiedene Gerichte zu und froren sie anschliessend ein.

Zuhören und zusammen beten
An Arbeit mangelte es in dieser Woche nie. Mir wurde jedoch neu bewusst, dass es manchmal wichtiger ist, sich mit den Menschen zu unterhalten und ihnen zuzuhören. Manchmal passte diese Art von Dienen einfach besser – sich in Menschen zu investieren hat Ewigkeitswert!

Ich wurde liebevoll in die Familie integriert und konnte viel von ihnen lernen. Ich konnte auch von meinem Leben erzählen und am schönsten fand ich, dass ich etwas von meinem Glauben weitergeben konnte. Es war wunderschön, eine Woche lang mit dieser Bauernfamilie das Leben zu teilen. Beim ersten Abendessen schauten mich alle herausfordernd an und fragten mich interessiert, was ich zu Hause vor dem Essen mache. Ich erzählte ihnen, dass wir immer ein Gebet singen oder sprechen. Die Familie forderte mich auf, es auch mit ihnen zu machen. Das freute mich riesig.

Auch im Alltag durfte ich mit der Familie beten. In Gesprächen wurden herausfordernde Situationen erwähnt, die wir anschliessend zusammen direkt Gott abgaben und losliessen.

Am Sonntag kam die Bauernfamilie zum Gottesdienst nach Schüpfheim mit. Das freute mich sehr, denn ich hatte dafür gebetet. Weiterhin ist es mein Gebet, dass diese Familie eine persönliche Beziehung zu Jesus entdecken darf.

Wachstum schenkt Gott allein
Diese Woche war so ein Segen für mich. Ich durfte meine Gaben einer Bauernfamilie zur Verfügung stellen und Gottes Liebe ganz praktisch weitergeben. Wir können säen, doch das Wachstum schenkt Gott allein. Gerade auch in dieser Woche wurde mir und der Bauernfamilie dies bewusst. Wir können bereit sein zum Heuen, doch das dazu benötigte
schöne Wetter bestimmt Gott allein. Darum lasst uns Gott vertrauen, dass aus den Samen, die wir säen, Früchte entstehen, welche wiederum ein Segen für andere sein können!

Von einer Kurzeinsatz-Teilnehmerin