Ich konnte es kaum fassen: Gebet gehörte nun offiziell zu meiner Arbeit! Das war einer der grössten Unterschiede zu meiner vorherigen Tätigkeit in der säkularen Arbeitswelt. Zwei Wochen zuvor hatte ich mit der Leiterin von «Hoffnung für Zürich» über die Möglichkeiten einer zukünftigen Mitarbeit gesprochen. Und nun begrüsste ich bereits die Gäste auf der Terrasse des COFFEE&DEEDS und servierte ihnen verschiedene Köstlichkeiten. Ich war begeistert, wie Gott mich an diesen perfekten Platz geführt hatte und sog alle Eindrücke meiner neuen Arbeit wie ein Schwamm auf.

COFFEE&DEEDS ist ein Angebot der Reformierten Kirche Zürich Hirzenbach. Das Café soll zur Bereicherung des Quartiers beitragen und Gemeinschaft fördern. Das Team von «Hoffnung für Zürich» arbeitete dort mit.

Ich liebte es, den unterschiedlichen Gästen bei einem hervorragenden Cappuccino zu begegnen und mit ihnen ein Stück Leben zu teilen. Besonders schätzte ich es, mit den Gästen über Gott zu sprechen. Die verschiedenen Gottesbilder und Meinungen forderten mich immer wieder heraus und es war oft nicht leicht, entsprechende Antworten zu finden. Die Gäste schätzten jedoch ein offenes Ohr und ernsthaftes Interesse an ihrem Leben sehr und das bot ich gerne an.

Oft erlebte ich, wie Gott mir half herauszufinden, ob ich einfach zuhören oder nach passenden Worten suchen sollte. Das Bedienen der vielen Gäste während meiner Mittwochmorgen-Schicht hielt mich und unser eingespieltes Team nicht davon ab, den Gästen mit Worten und Taten zu begegnen. Gott führte uns oft genau zum richtigen Zeitpunkt zwischen den Geschirrbergen hindurch zu denjenigen Leuten, die gerade eine spezielle Zuwendung brauchten. Das COFFEE&DEEDS war während meiner ganzen Zeit in Hirzenbach ein besonderer Ort, an dem ich Gottes Führung erlebte.

Meinen Weg finden

Nach einem Jahr bei «Hoffnung für Zürich» durfte ich zwei Teilnehmende an unserem Jüngerschaftsprogramm in Schulungen, Einsatz und im persönlichen Mentoring begleiten. Diese Aufgabe bereitete mir viel Freude und ich schätzte diese Zeit sehr.

Gleichzeitig wiesen unterschiedliche Anzeichen darauf hin, dass das Jüngerschaftsprogramm nicht mehr wie bisher weitergeführt werden konnte. Wir sprachen im Team darüber und erarbeiteten Veränderungsmöglichkeiten. Nachdem uns die beiden Teilnehmenden verlassen hatten, musste ich entscheiden, wie und wo ich weiterarbeiten wollte. Auch da erlebte ich, wie Gott mich durch alle Zweifel und Ungewissheit hindurchführte und mir die Überzeugung schenkte, in Hirzenbach zu bleiben.

Rückblickend war die Zeit der Umstrukturierung ein wichtiger Prozess in meiner Persönlichkeitsentwicklung. Hier habe ich gelernt, eine eigene Meinung zu bilden, zu begründen und selbstständig vorwärtszugehen. Dieser Prozess dauerte bis vor einem Jahr, als wir «Hoffnung für Zürich» definitiv beendeten.

Noch am richtigen Platz?

Oftmals fragte ich mich, ob ich wirklich noch am richtigen Ort war. Heute kann ich sagen: «Ja, das war ich!» Gerade auch im letzten Jahr, als ich vermehrt selbstständig in den verschiedenen Projekten der Reformierten Kirche Zürich Hirzenbach tätig war, bestätigte sich dies. Ob im COFFEE&DEEDS, im Konfirmandenlager, beim Kerzenziehen oder in der Villa YoYo Hirzenbach, Gottes Führung zog sich durch alles hindurch. Besonders bei der Verabschiedung kamen all die gewonnenen Schätze hervor und zeigten mir, wie wertvoll die vergangenen vier Jahre waren. Ich empfinde es als grosses Privileg, dass ich mich damals dem Team von «Hoffnung für Zürich» anschliessen konnte.

Über die Jahre erlebte ich, wie ich anfänglich von anderen an der Hand geführt wurde und nach und nach selber andere an der Hand führen konnte. Gott war überall am Werk und nahm mich immer an der Hand, so dass ich die Orientierung stets behalten konnte.

Von Gott führen lassen

Zusammen mit dem Theologiestudium bei ISTL in Zürich beendete ich nun auch meine Tätigkeiten in Zürich Hirzenbach. Meine Zeit bei OM war aber noch nicht ganz vorbei, denn im Rahmen des Studiums reiste ich noch für ein Auslandpraktikum nach Rumänien. Neben Rumänisch lernte ich während diesen Monaten, aus der Abhängigkeit von Gott zu leben und Tag für Tag so zu nehmen, wie er eben kam. Dabei war Gottes Führung weiterhin präsent und er war es, der mich ohne mein grosses Handeln in Rumänien für seine
Leute brauchen konnte. Wie er mich einsetzte, war zwar anders, als ich mir das vorgestellt hatte, doch stets konnte ich mich an seiner Hand festhalten. Gott war es, der mich immer wieder ausrüstete und mich für den nächsten Abschnitt schon im Voraus bereit machte. Er war es, der mich nach Rumänien und vor vier Jahren nach Hirzenbach brachte und all das Schöne und Wertvolle entstehen liess!

Von einer ehemaligen Mitarbeiterin von OM Schweiz

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