Die schönsten Geschichten aus dem Jahr 2023
 

Jesus schreibt Geschichte(n) neu


Die ganz, ganz grosse Geschichte von einem Kind in der Krippe, das die Geschichte der Welt neu schrieb. Wir schreiben sie fort. Lesen Sie unsere Geschichten von Menschen mit Jesus, überall auf der ganzen Welt. Zum Lesen und Berührtwerden an Advents- und Weihnachtsabenden.

 

Lichtstrahl in trüber Situation

Wie ein gesundheitlich beeinträchtigtes Kind in Zentralasien Würde und Wert erlebt.

Unzugänglich – nicht für Gott!

Wie Social Media und Seidenstrasse zusammengehen.

Miteinander ein Stück Weg gehen

Wie ein schwer traumatisierter Afghane wieder Vertrauen fasst.

Kristina aus Russland – Gottes Liebe leben

Wie Kristina in einem Friseursalon in Abchasien von Gottes Liebe erzählt.

Aufbruch aus dunkler Nacht

Wie am Tanganjikasee Licht in die Dunkelheit fällt und Menschen frei werden.

Warum verschwendest du deine Zeit mit uns?

Wie Mitarbeitendes des OM-Schiffes „Logos Hope“ den Häftling Arber besuchen.

Julia – unermüdlich für ihre vier Kinder da

Wie etwas Feuerholz dafür sorgt, dass in Moldawien eine junge Mutter mit vier Kindern neue Hoffnung findet.

Lichtstrahl in trüber Situation

Wie ein gesundheitlich beeinträchtigtes Kind in Zentralasien Würde und Wert erlebt.

 

 

Von OM International

«Kannst du uns helfen?», fragte die Verkäuferin auf einem Markt in Zentralasien unsere Mitarbeiterin Shona mit leisem Flehen. Sie hatte 20 Minuten gewartet, bis der Verkäufer am Nachbarstand gegangen war. Erst dann getraute sie sich, Shona von ihrem gesundheitlich beeinträchtigten Grosskind zu erzählen und um Hilfe zu bitten. Die meisten Familien, die ein beeinträchtigtes Kind haben, verstecken es zu Hause in einem dunklen Raum, damit Nachbarn es nicht sehen.

Shona erzählte der Verkäuferin von ihrer Rehabilitationsgruppe und lud sie ein, mit ihrem Grosskind vorbeizukommen. Dort treffen sich viele andere Kinder mit körperlichen Einschränkungen. Sie spielen miteinander, singen Lieder mit einfacher Gebärdensprache, lernen alltägliche Fertigkeiten und erhalten einen kleinen Imbiss. Vor den Gruppentreffen werden auch Einzeltherapien angeboten. Diese werden vorwiegend von kleineren Kindern oder Kindern mit schwereren Beeinträchtigungen in Anspruch genommen.

Für Mütter, die zum ersten Mal einen Raum voller anderer Mütter und Kinder mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen betreten, kann es ziemlich überwältigend sein. Doch weil die Stadt klein ist, werden schnell Kontakte geknüpft. Da sagt eine Mutter zur andern: «Oh! Du bist die Nachbarin meiner Tante» oder «Du bist mit meinem Bruder zur Schule gegangen.»

Scham überwinden

Viele Mütter, die ein beeinträchtigtes Kind haben, schämen sich, weil sie glauben, dass es die Strafe für eine Sünde sei. Shona und ihre Kolleginnen versuchen, diese Überzeugung und die damit verbundene Hoffnungslosigkeit zu durchbrechen. Shona erzählt: «Es ist eine grosse Ehre, dabei zu sein, wenn Menschen erkennen, dass Gott jeden Einzelnen von ihnen geschaffen hat. Oft ist es das erste Mal, dass sie dies hören. Und es ist der erste Schritt, um den eigenen Wert zu erkennen. So dringt ein erster Lichtstrahl in eine trübe Situation ein!

Bei unserer Arbeit geht es nicht nur darum, denjenigen Ergotherapie anzubieten, die sonst keine Möglichkeit dazu hätten, sondern auch einen Ort der Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu schaffen, wo sie neuen Lebensmut fassen & Gottes Liebe erleben können.»

Weder extrovertiert noch kontaktfreudig

Shona wuchs im schottischen Hochland auf und hörte von früher Kindheit an von Jesus. Sie erinnert sich gut daran, als ihr Sonntagschullehrer einmal sagte: «Jesus ist nicht bloss eine Geschichte. Er ist real. Er hat wirklich gelebt. Er ist wirklich für dich gestorben und er ist wirklich auferstanden.» In diesem Moment dachte Shona: «Wenn es ihn wirklich gibt, werde ich ihm folgen.»

Shona lernte von christlichen Leitern und Mentoren und wuchs im Glauben. Sie erzählt: «Irgendwann hatte sich in mir ein Bild einer Person entwickelt, die Gottes Botschaft in ein fremdes Land bringt. Dieses Bild hatte jedoch nichts mit mir zu tun, denn ich war weder extrovertiert noch kontaktfreudig.» So schob Shona den Gedanken, Gott in einem anderen Land zu dienen, als unerreichbar auf die lange Bank. Doch schon vor Abschluss ihrer Ausbildung als Ergotherapeutin wusste sie, dass sie nicht im Gesundheitswesen, wo der Druck stetig zunahm, arbeiten wollte. Sie fand, dass die geistliche Seite der Menschen ignoriert wurde, obwohl in ihrem Beruf auf eine ganzheitliche, personenzentrierte Arbeit Wert gelegt wurde. Shona wollte den Menschen mehr bieten, als nur ihre körperlichen und mentalen Bedürfnisse zu stillen.

Zentralasien – mein neues Zuhause

Nach Abschluss ihres Studiums spürte Shona Gottes Ruf so sehr, dass sie ihn nicht ignorieren konnte. Sie fühlte sich nicht zu einer bestimmten Volksgruppe berufen und war ziemlich besorgt darüber, dass Gott sie an einen unbekannten Ort senden könnte. Trotzdem bat sie Gott, sie dorthin zu schicken, wo sie am meisten gebraucht würde. Eine Reise nach Zentralasien beseitigte ihre Ängste. Shona erzählt: «Während ich einer Strasse entlangging, erfüllte mich plötzlich eine wunderbare Ruhe und es war mir, als würde Gott zu mir sagen: ‹Du wirst diesen Ort dein Zuhause nennen.›»

Gottes Liebe scheint durch unser Leben

Shona schloss sich einem kleinen Team in einer abgelegenen, konservativ muslimischen Gegend an. Diese Arbeit war vor einigen Jahren nach viel Gebet entstanden und wird im Bewusstsein der Abhängigkeit von Gott und seiner Führung weitergeführt. Shona berichtet: «Durch unsere Gebete sehen wir täglich Gottes Hand in der Arbeit hier – es ist wirklich erstaunlich.»

Shona gibt Gottes Liebe nicht nur durch ihre Arbeit als Ergotherapeutin weiter, sondern lebt sie auch im Alltag auf dem Markt oder im Kontakt mit ihren Nachbarn. Die Einheimischen sind beeindruckt, dass sich die christlichen Ausländer entschieden haben, ihr bequemes Leben im Westen aufzugeben, um in Zentralasien zu leben. «Es fällt ihnen auf, dass wir anders sind», erzählt Shona. «Wir wollen lebendige Beispiele von Gottes Liebe sein. Es gibt unzählige Gelegenheiten, um bei einer Tasse Tee, beim gemeinsamen Backen oder auf dem Markt auszutauschen und zu beten. Manchmal sind wir geradezu überwältigt von den vielen Einladungen, die wir erhalten.»

«Die Ernte ist gross, aber es gibt nur wenige Arbeiter», sagte Jesus zu seinen Jüngern. «Darum bittet den Herrn, dass er noch mehr Arbeiter aussendet, die seine Ernte einbringen.» Aufgrund dieses Bibelverses (Matthäus 9,37) betet das Team um mehr Mitarbeitende, die Gottes Liebe zu denjenigen Menschen bringen, die sie noch nie erlebt haben.

Unzugänglich – nicht für Gott!

Wie Social Media und Seidenstrasse zusammengehen.

 

 

 

Bearbeitet von OM Schweiz

Nach 12 Jahren Arbeit als Architekt hatte sich Fred Jupe aus Grossbritannien 2003 einem kleinen Gemeindegründungsteam in einer Oasenstadt mitten in der Wüste Zentralasiens angeschlossen. Die Berufung, die gute Nachricht von Jesus den Menschen im Ausland weiterzugeben, hatte er bereits seit seiner Hinwendung zu Jesus an der Universität verspürt. 15 Jahre stand Fred zusammen mit seiner Frau Regina in Zentralasien im Einsatz. Nun lebt er mit seiner Familie in Deutschland, der Heimat seiner Frau, und arbeitet weiterhin mit OM als stellvertretender Gebietsleiter für West-, Zentral- und Südasien. Am «Tag der offenen Tür» bei OM Schweiz führte er die Besucher auf eine Reise entlang der Seidenstrasse.

Von 40 auf 10‘000

Die Seidenstrasse – ein uraltes Strassennetz – erstreckt sich von der Türkei bis nach Südasien und führt durch riesige Wüsten, weite Steppen und hohe Berge. Etwa 900 Millionen Menschen leben in 14 Ländern entlang der Seidenstrasse. 98% sind Muslime. Die meisten von ihnen haben noch nie einen Jesus-Nachfolger kennengelernt. Christen erleben oft Verfolgung durch Staat und Familie. 

Die Länder entlang der Seidenstrasse gehören zu den unzugänglichsten und am wenigsten mit Gottes Botschaft erreichten Regionen der Welt. Doch Gott ist auch da am Wirken – in einem dieser Länder waren 1991 nur 40 Jesus-Nachfolger bekannt. Heute sind es rund 10‘000! Ein kleines OM-Team arbeitet dort mit einheimischen christlichen Gemeinden zusammen. Ein Mitarbeiter schaltet Werbung auf Instagram und TicToc. Leser, die antworten, werden auf eine Internetseite geleitet, auf der sie sich mit einem einheimischen Christen schriftlich austauschen können. Wenn sie eine Bibel erhalten möchten, wird ein persönliches Treffen vereinbart.
Daraufhin werden sie mit kleinen Gruppen einheimischer Christen in Kontakt gebracht. So konnten in den ersten acht Monaten dieser Social Media Arbeit 60 am christlichen Glauben interessierte Leute in eine lokale Gemeinde finden.

Endlich mehr über Jesus erfahren 

Als Alef die 2. Klasse besuchte, erhielt er eine Kassette mit einer Reihe von Anbetungsliedern. Er ging nach Hause, hörte sich die Lieder an und sprach die Worte eines Gebets nach: «Herr Jesus, ich brauche dich.» Danach war er völlig verändert. Er wollte Jesus kennen lernen, hatte aber jahrelang keine Möglichkeit, mehr über ihn zu erfahren.

Ash, einer von Alefs Freunden, ein bekennender Atheist, sah eines Tages eine unserer Facebook-Anzeigen und sagte zu Alef: «Du bist Christ, nicht wahr? Schau, was ich gefunden habe! Geh auf diese Internetseite, da wirst du gratis ein Neues Testament erhalten.» Sofort bestellte Alef eines. Einige unserer Partner trafen sich mit Alef und Ash. Zwei Tage danach begann Ash im Matthäus-Evangelium zu lesen. In Kapital 5, Vers 28, stiess er auf die Aussage von Jesus: «Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.» So etwas hatte er noch nie gehört. Am selben Abend, als er zu Bett ging, sah er einen Mann in unglaublichem Licht. Es schien, als wäre der Mann selbst die Quelle dieses überall scheinenden Lichts. Neben ihm standen einheimische Christen – unsere Partner! Der Mann im Licht gab Ash etwas. Ash fragte unsere Partner, was das alles zu bedeuten habe. Sie antworteten: «Jesus gibt dir das Neue Testament, damit du ihn kennenlernen kannst.»

Mit praktischer Hilfe Gottes Liebe weitergeben

In einem Land in Zentralasien kümmern sich unsere Teams zusammen mit lokalen, christlich geführten Hilfs- und Entwicklungsorganisationen um afghanische Flüchtlinge, Behinderte in ländlichen Regionen und Studenten aus anderen Ländern. Ein Team fand es schwierig, Kontakte zu Studierenden herzustellen. Sie beteten – und staunten, als ein Mitarbeiter-Ehepaar einige Zeit später nach deren Umzug in einen Wohnblock feststellte, dass nebenan sechs Studierende aus einem geschlossenen Nachbarland wohnten. Inzwischen ist eine Freundschaft entstanden. Die Mitarbeiterin bringt nun den Studierenden das Kochen bei und ihr Mann führt in deren Wohnung Reparaturen durch. Dabei ergeben sich viele Gelegenheiten, über Jesus zu sprechen.

In Südasien leisten unsere Teams Nahrungsmittelhilfe für Flutopfer, geben Primarschulbildung und Bibelunterricht für Frauen. Viele Frauen haben ein enormes Potenzial, müssen aber gefördert werden, weil viele von ihnen nie zur Schule gehen konnten. Ich fragte einige: «Warum wollt ihr lesen und schreiben lernen?» Eine Frau antwortete: «Jetzt kann ich meinen Kindern bei den Hausaufgaben helfen und sicherstellen, dass sie eine Ausbildung erhalten.» Diese Frauen hören durch unsere Teams von der Hoffnung in Jesus und erzählen ihren Kindern davon.

Neues entsteht – Mitarbeiter gesucht

Vor 30 Jahren gab es in einem der Länder Zentralasiens nur eine Handvoll Jesus-Nachfolger, heute sind es etwa 3000. In einem anderen Land waren 1979 ein paar tausend Christen bekannt, jetzt sind es 350‘000. Ohne Zweifel, Gott ist am Wirken entlang der Seidenstrasse! In Jesaja 43,19 steht: «Schaut nach vorne, denn ich will etwas Neues tun! Es hat schon begonnen, habt ihr es noch nicht gemerkt? Durch die Wüste will ich eine Strasse bauen, Flüsse sollen in der öden Gegend fliessen.»

Und in Matthäus 9,37-38 heisst es: «Darum sagte er zu seinen Jüngern: ‹Hier wartet eine reiche Ernte, aber es gibt nicht genug Menschen, die helfen, sie einzubringen. Bittet den Herrn, dem diese Ernte gehört, dass er die nötigen Leute schickt!›»

Wir wollen einheimische Christen dazu befähigen, die Gute Nachricht ihren Landsleuten weiterzugeben. Dazu starten wir im September 2022 ein neues Trainingsprogramm in Zentralasien.

In den vergangenen zehn Jahren kamen viele Muslime von der Seidenstrasse – Afghanen, Iraner, Syrer – nach Europa. Viele von uns sind nicht mit der muslimischen Kultur vertraut und fragen sich, wie sie Muslimen die Gute Nachricht weitergeben können. Unser 6-monatiges Trainingsprogramm in der Türkei möchte junge Menschen dazu ausrüsten.

Miteinander ein Stück 
Weg gehen

Wie ein schwer traumatisierter Afghane wieder Vertrauen fasst.

 

 

Von einer Mitarbeiterin der interkulturellen Arbeit in der Schweiz

Unser Hauskreis entwickelt sich erfreulich. Besonders ein junger Afghane bringt immer wieder neue Leute mit. Einmal nahm er einen anderen Afghanen, den er auf der Strasse getroffen hatte, gleich in den Hauskreis mit.

Dieser junge Mann war in einem ganz schlechten Zustand und zeigte Anzeichen einer schweren Traumatisierung. Er berichtete uns, dass er im Flüchtlingslager Moria in Griechenland bereits eine Bibel erhalten hätte und viele Fragen zum christlichen Glauben habe. Daraufhin hat er wiederum einen anderen Freund eingeladen und seither kommen sie nicht nur in den Hauskreis, sondern auch regelmässig zum Gottesdienst. Wir sind herausgefordert beim Suchen nach Antworten auf ihre Glaubensfragen. Es ist ein Vorrecht, mit diesen Menschen ein Stück Weg zu gehen und gleichzeitig zu sehen, wie sie Vertrauen fassen und sich langsam etwas stabilisieren.

Freud und Leid

Ein Iraner aus unserem Hauskreis hat eine B-Bewilligung und eine Wohnung erhalten. Ein iranisches Ehepaar hat ihr Härtefallgesuch bewilligt bekommen. Die enorme Erleichterung steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Es lohnt sich, im Gebet dranzubleiben und aktiv nach Lösungen zu suchen.

Neben diesen ermutigenden Entwicklungen erleben wir aber auch schwierige Momente. Ein Hauskreismitglied ist wieder in der psychiatrischen Klinik. Eine Iranerin, die meinen Deutschunterricht besuchte, musste die Schweiz verlassen. Seither weiss ich nicht, wo sie ist und wie es ihr geht. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als sie in die Fürsorge Gottes zu entlassen.

Trotzallem sind wir tief beeindruckt, wie viele unserer iranischen und afghanischen Freunde inmitten aller Unsicherheit, Überforderung und trotz grossem erlittenen Leid an ihrem Vertrauen auf Gott festhalten und beharrlich ihren Weg gehen.

Verantwortung übertragen 

Endlich war es soweit: Am 10. September 2022 konnten wir unser langersehntes Frauenfest feiern. Rund 100 Frauen aus fast 20 verschiedenen Ländern und einige Kinder nahmen daran teil. Mit einem Team von zwei Frauen aus unserer Gemeinde und einer iranischen Christin bereitete ich das Fest vor.

Neben Essen, Tanz und Musik gab es diverse Workshops: Massage, Frisuren, Manikür, Henna, Armbänder basteln und einiges mehr. Die verschiedenen Angebote wurden rege genutzt und die Frauen schätzten diese sehr. Viele kamen ganz glücklich und gelöst von einer Massage oder mit kunstvollen Henna-Zeichnungen auf den Händen ins Plenum zurück. Schön war, dass mehr als die Hälfte der Workshops von Asylsuchenden und Migrantinnen durchgeführt wurden. Das war zwar herausfordernd in der Planung, aber die Mühe hat sich gelohnt. Dadurch wurden die Frauen mehr Teil des Festes.

Auch das Essen war besonders: Eine Iranerin, die früher einmal zu mir in den Deutschkurs kam, kochte ein fantastisches persisches Essen, welches auf grossen Anklang stiess. Ein Team aus unserer Gemeinde richtete zudem einen Gebetsraum ein, wo sich die Frauen segnen lassen konnten. Dieser wurde nicht so oft besucht und da hätten wir uns noch mehr Resonanz gewünscht. Alles in allem aber war es überwältigend: Die Stimmung, das Miteinander, die kulturell übergreifenden Begegnungen, die kurdischen Kreistänze und die Freude der Frauen über das unbeschwerte Zusammensein.

Kristina aus Russland – Gottes Liebe leben

Wie Kristina in einem Friseursalon in Abchasien von Gottes Liebe erzählt.

 

 

Zusammengestellt von OM Schweiz

Nachdem Kristina ein Jüngerschafts-Programm mit OM in Russland absolviert hat, reist sie in den Kaukasus, wo sie durch die Arbeit in einem Coiffeur-Salon viele Möglichkeiten hat, Gottes Liebe weiterzugeben. 

Kristina wuchs in einer christlichen Familie in Russland auf, lernte viel über Gott und war in der Kirche aktiv. «Ich dachte, mein Leben sei in Ordnung. Ich hatte jedoch nicht erkannt, dass ich Vergebung brauche», erzählt Kristina. «Ich besuchte die Kirche und las in der Bibel, weil ich dies tun musste. Mit 18 Jahren wurde ich krank. Da es mir sehr schlecht ging, begann ich darüber nachzudenken, wo ich nach dem Tod sein würde. Dabei wurde mir klar, dass ich nicht bei Gott sein würde, weil ich keine persönliche Beziehung zu ihm hatte. Ich empfand Reue darüber und wandte mich Gott zu.

Von Russland nach Abchasien

‹Was ist der Sinn meines Lebens›, fragte ich mich. Mehr und mehr kam der Wunsch in mir auf, Gott vollzeitlich zu dienen. So begann ich, Informationen über Missionsausbildungen zu suchen. Als mir eine Cousine vom Jüngerschaftstraining von OM in Russland erzählte, meldete ich mich dafür an. 

Nach diesem 5-monatigen Training ging ich mit einigen anderen Kursteilnehmenden für ein Jahr in den Kaukasus. Ich wusste nicht viel über diese Region. Dort angekommen merkte ich, dass die Bevölkerung noch immer unter den Folgen des Krieges von 1992–93 leidet. Viele sind arbeitslos und wohnen in vom Krieg beschädigten Häusern. Unter den Jugendlichen gibt es eine hohe Selbstmordrate. Trotz ihrer grossen Probleme sind sie immer bereit, Gäste zu empfangen. Dies hilft beim Aufbauen von Freundschaften. Freunden kann ich gut von Gottes Liebe erzählen. Sie merken, dass ich ihnen nicht meinen Glauben aufzwingen will, sondern an ihnen interessiert bin. Sie fühlen sich geliebt und wertgeschätzt.

Gottes Liebe vorleben

Die Mehrheit folgt mystischen Riten, die seit Generationen weitergegeben wurden. Es gibt Tage, an denen sie Göttern Opfer darbringen. Weil sie von Kindheit an daran gewöhnt sind, ist es schwierig, sich davon zu lösen und einem anderen Glauben zu folgen. Wir fahren jedoch fort, ihnen Gottes Liebe vorzuleben.

Nach einem Jahr beschloss ich zu bleiben und lebe nun schon drei Jahre hier. In den ersten beiden Jahren kümmerte ich mich um Kinder und Teenager, half der lokalen Kirchgemeinde und förderte Menschen in ihrem Leben als Jesus-Nachfolger. Anfänglich fand ich es schwierig, Christen, die älter waren als ich, im Glauben anzuleiten. Mittlerweile erlebe ich, dass sie mich achten, weil ich mich entschieden habe, in ihrer Stadt zu bleiben.

Zeugnis im Coiffeur-Salon

Letztes Jahr öffnete mir Gott eine neue Möglichkeit, Gottes Liebe den Menschen hier weiterzugeben. Ich konnte einen Augenbrauen-Master-Kurs absolvieren und begann in einem Coiffeur-Salon zu arbeiten. Da es für die Frauen hier wichtig ist, schön auszusehen, bedeutet ihnen meine Dienstleistung viel. Meine Coiffeuse-Kollegin empfiehlt ihren Kundinnen immer, meine Dienste in Anspruch zu nehmen, und erzählt ihnen, dass ich Christin sei. Das hilft mir, mit den Frauen im Salon leicht in ein Gespräch über Gott zu kommen.

Eine meiner Kolleginnen stellt mir oft Fragen über den Glauben und ich kann mit ihr und ihren Kindern tiefe Gespräche führen. Doch mein Verhalten ihr und ihrer Familie gegenüber spricht genauso oder noch mehr zu ihnen als meine Worte. Ich versuche, mein Leben so zu leben, dass es auf Gottes Liebe hinweist.»

 

Aufbruch aus 
dunkler Nacht

Wie am Tanganjikasee Licht in die Dunkelheit fällt und Menschen frei werden.

 

 

Von Corinna Scharrenberg

Das Leben der Menschen am Tanganjikasee in Afrika ist geprägt von Fischerei, Armut und Hexerei. In diese Dunkelheit hinein bringen OM-Mitarbeitende Gottes Licht und seine Liebe.

An der von OM gegründeten Schule für gefährdete Kinder und Waisen schaute die Lehrerin Amidala* mitfühlend, als die 7-jährige Mbuto* ängstlich von Opfergaben erzählte, die ihre Nachbarn darbringen. Daraufhin erklärte Amidala der Klasse: «In der Bibel zeigt uns Gott, dass keine Opfer mehr nötig sind. Weil Jesus gestorben und auferstanden ist, müssen wir keine Opfer mehr bringen und können von Zauberei frei werden.»

Fischerei und Kinderopfer

Der zweitgrösste Süsswassersee der Welt grenzt an Sambia, Tansania, Burundi und die Demokratische Republik Kongo. Mit einer maximalen Länge von 673 km und einer maximalen Breite von 72 km erstreckt sich der Tanganjikasee über eine Fläche von 32’893 km². «Die Lebensgrundlage der Menschen hier ist der Fischfang», erklärt Donald Mwape, der OM-Leiter dieser Region. Doch leider ist der See überfischt und auch Landwirtschaft ist wegen der schlechten Böden um den See kaum möglich. Es mangelt an medizinischer Grundversorgung, Ernährung, Kleidung und Bildung. Ein weiteres Problem ist der Alkohol: «Viele Männer trinken zu viel und tun ihren Familien Gewalt an», erzählt Donald. «Ich kenne Männer, die mit acht Frauen verheiratet sind. Dadurch werden die Kinder vernachlässigt und haben oft keine Vaterfigur. Sie sind gefährdet für Missbrauch, vor allem die jungen Frauen, die schon früh verheiratet werden.

Die Menschen glauben, dass in allem Leben steckt: in einem Baum, in einem Berg. Deswegen zollen sie diesen Dingen grossen Respekt. Sie glauben, dass der Verstorbene eine andere Form annimmt, die eine Kraft hat, die ihnen helfen kann. Sie wollen mit den Verstorbenen sprechen und sie bitten, ihre Probleme zu lösen.»

Das führt oft zu heidnischen Ritualen: Die Fischer haben einen okkulten Glauben und finstere Praktiken entwickelt, um ihre Fahrten zu begleiten. «Viele Männer in den Dörfern glauben, dass man vom Hexendoktor Glücksbringer braucht, um mehr Fische zu fangen. Aber um die Glücksbringer zu bekommen, müssen sie eines ihrer Kinder opfern», berichtet Donald. Warum das so ist? Da viele in abgelegenen Dörfern leben, «ist ihre Verwurzelung in all diese Dinge wie Totenverehrung, Kinderopfer und Geisterglaube so stark, dass sie die gute Nachricht von Jesus nicht hören wollen.»

Muslimischer Missionar folgt Jesus nach

Durch die Arbeit von OM hat sich viel geändert, denn langsam wird die Gute Nachricht am Tanganjikasee bekannt. Nur Jesus kann Veränderung, Hoffnung und Licht in die Dunkelheit bringen. «Am Anfang war unsere Arbeit schwierig», erzählt Donald. «Als ich in ein Dorf kam, waren die Menschen misstrauisch, weil sie wussten, dass ich als Sambier von woanders herkomme. Sie wollten ihre Kultur bewahren. Um das Misstrauen zu überwinden, muss man eine gemeinsame Basis finden, auf der man mit ihnen in Beziehung treten kann – das Fischen.» Durch die Fischerei lernten die Menschen Donald kennen und begannen, sich mit ihm zu identifizieren. «Wenn du mit ihnen zusammen ein Netz auswirfst, sehen sie dich als einen von ihnen», erzählt Donald. «Das bricht die Barriere. Das ist der Weg, sie zu erreichen.»

Gerne erzählt Donald die Geschichte von Charles, dem ersten Mitarbeiter, den OM auf die Krokodil-Insel sandte. Das gefiel dem lokalen islamischen Mullah überhaupt nicht. Er schickte ebenfalls einen Missionar auf die Insel, einen tiefgläubigen Muslim. Dieser sah, wie liebevoll Charles mit den Bewohnern umging und wie ehrlich er lebte. Charles ignorierte ihn nicht, sondern kümmerte sich um ihn. So entstand eine Freundschaft zwischen den beiden und schliesslich gab es für alle eine Überraschung: Der muslimische Missionar entschied sich für Jesus! Mittlerweile ist er Teil des OM-Jüngerschaftsprogramms REACH.

Auf der Krokodil-Insel entstand eine Gemeinde und auch in vielen anderen Dörfern wurden inzwischen Gemeinden gegründet.

Landwirtschaft, Bildung, medizinische Hilfe...

Gleichzeitig versuchen die OM-Mitarbeitenden mit verschiedenen Projekten die Lebensumstände der Menschen am See zu verbessern. Die Bewohner laufen normalerweise ein bis zwei Stunden zum nächsten Fluss oder See, um Wasser für die Familie zu holen und den Boden im Landesinnern zu bewässern. So hat OM am Tanganjikasee ein Landwirtschaftsprojekt begonnen. Von einem Fluss wurde ein Kanal gelegt, durch den die Felder nun automatisch bewässert werden. In der Dürre wächst nun Gemüse und Obst.

Donald erzählt weiter: «Bildungsprojekte gehören zu unseren Schwerpunkten. Wir haben eine Reihe von kleinen Schulen eingerichtet. Die grösste Schule wird von gefährdeten Kindern und Waisen besucht. Diese wollen wir nun erweitern, sodass die Kinder ihre Schulbildung bei uns beenden können. Wenn wir mehr Zeit mit ihnen verbringen, können wir noch mehr in ihren Leben bewirken.

Viele Menschen in den abgelegenen Dörfern haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Manche müssen mit einem Boot, das man wie ein Kanu paddelt, sechs Stunden zum nächsten Spital fahren. Bei unseren medizinischen Einsätzen in den Dörfern testen wir auf Krankheiten wie Malaria und geben Medikamente ab.»

Donald berichtet weiter von einer Arbeit mit Flüchtlingen aus dem Kongo, einer Arbeit unter Gefangenen und Prostituierten und von Selbsthilfegruppen für Frauen, die lernen, sich finanziell zu versorgen. Weitere Mitarbeitende besuchen Schulen, spielen mit den Kindern Fussball und bauen so Beziehungen auf.

Dem Fischer ein Fischer sein                                

Mitarbeitende ziehen in die Fischerdörfer, leben unter den Menschen und beteiligen sich an den täglichen Aktivitäten. Donald erzählt: «Wenn die Menschen erleben, dass sie respektiert werden, respektieren sie auch uns. Wenn ein Mann als Oberhaupt der Familie die Gute Nachricht hört und sein Leben Jesus anvertraut, beeinflusst dies die ganze Familie und in kurzer Zeit finden alle zum Glauben.»           *Name geändert

 

Warum verschwendest du deine Zeit mit uns?

Wie Mitarbeitendes des OM-Schiffes „Logos Hope“ den Häftling Arber besuchen.

 

 

Von OM Ships International

Ein Team der Logos Hope besucht in Albanien ein Hochsicherheitsgefängnis und kann mit den Insassen Fussball spielen, sich mit ihnen unterhalten und so Gottes Liebe weitergeben.

Arbër ist 30 Jahre alt und fand vor sieben Jahren im Gefängnis zum Glauben. Nach seiner Freilassung schloss er sich einer Gemeinde an und drei Jahre später wurde er Gefängnisseelsorger in einem Hochsicherheitsgefängnis. Zweimal pro Woche trifft er sich mit Häftlingen. Sie lesen zusammen in der Bibel und machen Spiele.

Während des Besuchs der Logos Hope in Vlorë, Albanien, konnten einige Mitarbeiter mit Arbër das Gefängnis besuchen und mit den Häftlingen Fussball spielen. Die Mannschaft spendete dem Gefängnis auch Decken, Kopfkissen, Fussballtrikots und Bälle.

Abwechslung im tristen Gefängnisalltag

Arbër erzählt: «Heute war ein besonderer Tag, weil ein Team von der Logos Hope mit mir ins Gefängnis kam. Gemeinsam unterhielten wir uns mit Häftlingen, die ich noch nicht kannte, weil sie bis jetzt nicht zu meinem Treffen gekommen waren. Es ergaben sich viele gute Gespräche. Sie strahlten uns an, lachten mit uns und boten uns Getränke und Schokolade an. Schliesslich baten sie mich, dass ich sie zu meinem Treffen einlade, wenn ich das nächste Mal ins Gefängnis komme. Es gibt hier nur sehr wenig Besuche und keine Aktivitäten für die Häftlinge. Deshalb machte unser Besuch heute grossen Eindruck.

Manchmal fragen mich Häftlinge: ‹Warum verschwendest du deine Zeit mit uns?› Anfangs waren sie misstrauisch, schliesslich begriffen sie jedoch, dass ich nichts von ihnen erwarte, sondern ihnen Hoffnung bringen will.»

Gastfreundschaft an einem unwegsamen Ort

Schiffsmitarbeiter Luke Baard aus Südafrika erzählt: «Wir waren nervös, als wir das Hochsicherheitsgefängnis betraten, doch die Häftlinge begrüssten uns so herzlich, dass wir rasch einen Bezug zu ihnen erhielten. Die Gastfreundschaft und Grosszügigkeit, mit der sie uns begegneten, werden wir nicht so schnell vergessen.»

«Beim Fussballspielen haben sie uns angefeuert», erzählt Baxwell Bwembya aus Sambia. «Danach unterhielt ich mich mit einem Häftling. Zum Abschied gab er mir ein kleines Geschenk, damit ich ihn nicht vergessen würde. Sie haben uns ihre Gastfreundschaft angeboten und keine Gegenleistung von uns erwartet.»

 

Julia – unermüdlich für ihre vier Kinder da

Wie etwas Feuerholz dafür sorgt, dass in Moldawien eine junge Mutter mit vier Kindern neue Hoffnung findet.

 

 

Aus einem Bericht von OM in Moldawien

Julia musste viele Hindernisse überwinden und arbeitet sieben Tage die Woche, um ihre und die Existenz ihrer Kinder zu sichern. Letzten Winter konnte OM Moldawien die Familie mit Hilfsgütern unterstützen und seither besuchen die Kinder den Kindergottesdienst im Dorf.

Obwohl Julia eine schwierige Kindheit hatte, weil ihre Eltern alkoholabhängig waren, schaffte sie einen guten Schulabschluss. Sie wollte sich ein besseres Leben aufbauen, traf aber einige schlechte Entscheidungen und wurde jung schwanger. Ihr Sohn Ivan kam mit einem Herzfehler zur Welt. Sie und ihr Partner nahmen jede Arbeit an, um sich irgendwie über Wasser zu halten. In der Hoffnung, ihre finanzielle Lage zu verbessern, zogen sie nach Odessa, Ukraine, um dort Arbeit zu finden. Den 18 Monate alten Ivan liessen sie in der Obhut von Julias Mutter. Sie arbeiteten in Odessa bis Julia wieder schwanger wurde und ihr Partner sie verliess. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes kehrte sie in ihre Heimat zurück und nahm Ivan zu sich. Schliesslich beschloss sie, ihre Kinder ihrer Grossmutter in Pflege zu geben, um wieder in Odessa arbeiten zu können.

Flucht aus Dubai

Ein Mann aus Dubai sprach freundlich mit Julia und machte ihr einen Heiratsantrag. Sie holte ihre Kinder in Transnistrien und begann ein neues Leben in Dubai. Dort kamen zwei weitere Kinder zur Welt, beide mit gesundheitlichen Problemen. Weil ihr Mann sie schlug, begann Julia Fluchtpläne zu schmieden. Es gelang ihr, ein Kind nach dem andern in ihre Heimat zu bringen. Schliesslich kehrte sie nicht mehr nach Dubai zurück. Nun lebt sie im Haus ihrer Grossmutter.

Eine Mahlzeit und neue Freunde

Im vergangenen Winter halfen wir Julia und ihren Kindern mit Lebensmitteln und Brennholz, das sie dringend benötigten. Wir sehen, wie sich diese Mutter um ihre Kinder kümmert. Sie sind immer gepflegt und das Haus ist gereinigt. Alle Kinder besuchen die Schule oder den Kindergarten. Julia hat einen Job in lokalen Gewächshäusern erhalten. Dort arbeitet sie fast sieben Tage die Woche. Sie ist unendlich dankbar für unsere Hilfe.

Jeden Samstag findet im Dorf ein Kindergottesdienst statt. Julias Kinder nehmen gerne daran teil. Dort schliessen sie Freundschaften, lernen viel Gutes und erhalten eine Mahlzeit. Da Julia auch am Sonntag arbeiten muss, kann sie den Gottesdienst nicht besuchen. Wir glauben jedoch, dass Gottes Liebe, die ihre Kinder erleben und Gottes Wort, das sie hören, zu seiner Zeit auch Julia berühren wird. Wir beten für die ganze Familie und helfen weiterhin, ihre körperlichen und geistlichen Bedürfnisse zu stillen.