Versteht denn Gott nicht alle Sprachen?

„Ich hatte immer diese große Leere in meinem Leben, die nichts füllen konnte“, erinnert sich Hassan*, „Also suchte ich nach der Wahrheit.“

Hassan wuchs in einem vom Krieg zerrissenen islamischen Land auf. Als guter Muslim rezitierte er täglich den Koran, doch brachte ihm das wenig Frieden und Veränderung. Vielmehr hatte er immer neue Fragen. Da es ihm als Kurde eine Zeit lang verboten war, seine Sprache zu sprechen, und der Koran auf Arabisch ist, fragte er sich immer, „warum der Koran nur auf Arabisch ist und warum wir nur auf Arabisch anbeten. Versteht Gott nicht auch Kurdisch und andere Sprachen?“

2006 zog Hassan in ein arabisches Nachbarland, wo er einen kurdischen Pastor traf, der neben der kurdischen Sprache auch die Bibel lehrte. Da Hassan lernen wollte, seine Muttersprache zu lesen und zu schreiben, ging er in einen der Kurse. „Dort waren Sudanesen, Ägypter, US-Amerikaner und der kurdische Pastor“, erzählt Hassan. „Dieser Kulturen-Mix war für mich neu und seltsam, aber alle haben mich liebevoll aufgenommen!“ Er hörte von der Erlösung durch Gott und dass Gott alle Sprachen und Kulturen versteht – die Antwort auf eine Frage, die Hassan schon lange bewegte.

Hassan vertraute dem Pastor seine Probleme an, ließ für sich beten und fühlte danach Frieden. Er erfuhr mehr über Gott und ließ sich schließlich taufen. Als seine Familie davon erfuhr, distanzierten sie sich von ihm. Doch Hassan blieb seinem neuen Glauben treu, engagierte sich in der Gemeindeevangelisation und schloss mit einem Ehepaar, das mit OM arbeitet, eine enge Freundschaft.

Hassans innerer Kampf, ob nun der Koran oder die Bibel die ganze Wahrheit ist, ging jedoch weiter. Eines Nachts träumte er davon, im Namen Jesu zu beten – da wusste er, dass Jesus der einzige Weg ist. Mit der Zeit kamen auch Hassans jüngere Schwester, die einst dafür sorgte, dass er aus der Familie verstoßen wurde, und weitere Familienmitglieder zum Glauben an Jesus.

Als in seiner Heimat Krieg ausbrach, floh ein großer Teil seiner Familie in die benachbarten arabischen Länder. Hassan startete mit Jugendlichen aus seiner Familie und der Gemeinde ein Entdecker-Bibelstudium. Da immer mehr Personen zu diesen Entdecker-Bibelstudien kamen, betreute Hassan irgendwann zwei Gruppen mit insgesamt 17 Familien! „Dabei wurde ich von Christen unterstützt, die mir halfen, die Gruppen zu leiten und gleichzeitig auch potenzielle Leiter der Entdecker-Bibelstudien zu schulen.“

Hassan heiratete eine OM-Mitarbeiterin und überließ seine Entdecker-Bibelstudien-Gruppen denjenigen, in die er investiert hatte. Mit seiner Frau lebte er kurzzeitig im Nachbarland und nach ihrer Rückkehr schlossen sie sich einem OM-Team an. Sie nahmen an der ersten arabischen Jüngerschaftsschule des Landes teil, die sich darauf konzentriert, arabische Christen mit christlichem und muslimischem Hintergrund für den Dienst in der Region auszurüsten. „Morgens haben wir theoretischen Unterricht und nachmittags unterstützen wir ganz praktisch Projekte“, erklärt Hassan. „Das war gut für mich, denn auf diese Weise können wir das theoretisch Gelernte sofort in die Praxis umsetzen.“

Anfangs traf Hassan Menschen, die entweder kein Interesse an Jesus hatten oder nur die Idee von Jesus mochten. Jetzt trifft er sich mit denen, die ernsthaft mehr wissen wollen. „Das Wort Gottes hat einen großen Wert“, sagt er. „Also lasst es uns den Menschen sagen, die es hören wollen. Es gibt viele, die glauben wollen, aber Angst vor dem Ärger haben oder die Kosten nicht schätzen.“

*Name geändert

Bitte beten Sie, dass sich die Entdecker-Bibelstudien-Gruppen weiter ausbreiten. Beten Sie auch, dass Hassan und sein Team auf die Menschen treffen, die mehr über Jesus erfahren möchten.

Einsätze in Naher Osten

Neuigkeiten aus Naher Osten

Einheimische erreichen Einheimische

Einheimische Christen werden dazu angeleitet, ihren Landsleuten die Gute Nachricht zu bringen. 

Weiterlesen