„Ich bin dankbar, dass meine fünf Kinder und ich in Sicherheit sind", berichtet Amina. Die Witwe und Mutter von fünf Kindern kommt mit ihrer Familie aus Mocuba. In der mosambikanischen Stadt stand ihr Haus in der Nähe eines Flusses.

Eine Woche bevor der Zyklon Idai zu einem Sturm der Kategorie vier wurde und die Stadt Beira überschwemmte, traf er das Gebiet von Mocuba. Unerbittlicher Regen prasselte auf das Gebiet nieder und erschwerte es den Menschen sehr, irgendwo hinzugehen.

Der Regen und Wind waren so laut, dass Aminas Kinder in einer Nacht aus dem gemeinsamen Kinderzimmer in das Zimmer ihrer Mutter gingen. Dort sassen sie alle zusammen und konnten nicht schlafen. Amina erinnerte sich, dass sie sich ängstlich und hilflos fühlte, da sie nichts anderes tun konnte, als den Sturm abzuwarten. In dieser Nacht brach die Seite des Hauses mit dem Kinderzimmer zusammen. Am nächsten Tag, als alle aus dem Haus waren, zerfiel der verbleibende Raum auch noch.

Grössere Gegenstände, die im Haus waren, wie ein Bett und Stühle, konnten sie heraustragen und bei einem Freund lagern. Kleinere Gegenstände erlitten Wasserschäden und waren meist nicht mehr reparierbar. „Ich fühle mich schlecht, weil meine Kinder ihre Schulbücher und Sachen verloren haben", erzählt Amina.

Die Familie wohnte zwei Tage lang im Haus eines Nachbarn, bevor sie in ein Lager umzog, das von der Regierung für die Menschen aus der Flussregion, deren Häuser vom Zyklon Idai zerstört worden waren, bestimmt wurde. Das weisse Zelt, das der Familie gegeben wurde, war eines von etwa zwei Dutzend solcher Zelte, die einen grossen Baum umgaben.

Das Lager selbst liegt am Rande der Stadt – weit weg vom Ufer, wo einst Aminas Haus stand. Die Distanz erweist sich als Herausforderung. Amina – die früher Erdnüsse kaufte und dann auf dem Markt röstete und verkaufte – kann nicht mehr arbeiten. Der Ort, an dem sie Erdnüsse kaufte, befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt. Ihre Kinder im Alter von fünf bis 18 Jahren müssen zwei Stunden zu Fuss zur Schule gehen, mit Ausnahme ihrer ältesten Tochter, die in der Stadt geblieben ist. Die Tochter wohnt bei einem Nachbarn, damit sie anstatt ihrer Mutter nach der Schule Erdnüsse auf dem Markt verkaufen kann. Jeder Gewinn aus den Erdnüssen geht an ihre Familie.

Andere aus dem Lager sind bereits in ihre beschädigten Häuser am Fluss zurückgekehrt und nennen die Entfernung zur Stadt als Grund für ihre Rückkehr. Die Strecke entlang des Flusses ist bekannt für Überschwemmungen, und den Bewohnern wurde immer wieder gesagt, sie sollten umziehen, aber das Leben am Wasser ist das, was sie kennen und wohin sie zurückkehren.

Nachdem das OM-Team Amina im Lager kennengelernt hatte, hat es sich weiterhin mit ihr getroffen, ihre Geschichte gehört und nach Wegen gesucht, um ihr zu helfen. Obwohl sie sagte, sie sei muslimisch, gab Amina zu, dass sie nicht sehr religiös war.

„Eine Sache, die mich wirklich berührte als wir mit Amina sprachen, war, dass sie in der Unterhaltung mit uns nicht über Essen sprach", erklärt Mutita Kashimoto, Leiter von OM Mosambik. „Sie sprach über die Zukunft ihrer Kinder, besonders über deren Ausbildung – und das berührte mein Herz.“

Das OM-Team nahm Amina in das Tabitha-Projekt auf, das verwitwete und hilfsbedürftige Frauen befähigt, indem es ihnen beibringt, qualitativ hochwertige Dinge zu nähen, um selbstständig zu sein. Der Unterricht des Projekts beginnt Mitte April.

Informationen zu den Hilfsmassnamen von OM und Spendenmöglichkeiten finden Sie hier.

Einsätze in Mozambique